Tests und Siegel in der Finanzberatung, was bringen die?


Zwei Antworten darauf sind zu lesen in der Financial Times Deutschland

1. TÜV Siegel 21.01.2010:

Der TÜV fungiere „letztlich nur als Werbe- und Marketingagentur für die Finanzdienstleister“. meint ein Finanzmathematiker und Fondsexperte. Und biete letztlich keinen wirksamen Schutz vor Falschberatung. Das TÜV Siegel prüft, laut dem Experten, nur ob bestimmte technische und personelle Anforderungen erfüllt seinen.
Was soll das denn nun heißen?
Ob ein Produkt gut ist, ist nur ein Kriterium nach dem man es aussuchen kann, sozusagen die Pflicht. Die Kür ist, ob das Produkt auch zum Kunden passt. Um ein branchenfremdes Beispiel zu beschreiben: Ein Porsche Boxter ist sicher ein schönes Auto für eine alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern meist aber nicht sinnvoll.
Um zurück zur Finanzbranche zu kommen: ein alleinlebender Single benötigt in der Regel keine Risikolebensversicherung und sei sie auch noch so gut. Vielfach haben Menschen eine Hausratversicherung aber nicht die viel wichtigere Haftpflichtversicherung.

Fazit: Gute Produkte sind die Pflicht – ein für die Kunden richtiges und passendes gutes Produkt die Kür der Finanzberatung.

 

2. Finanzberatung von Verbraucherzentralen vom 29.01.2010

Ein Hamburger Wirtschaftsforschungsinstituts hat in fünf Städten Verbraucherzentralen getestet. Neben der sehr unterschiedlichen Beratungsqualität fiel besonders die uneinheitliche Preisgestaltung auf. Ob höhere Preise mit einer besseren Beratung einher ging, geht aus dem Artikel leider nicht hervor.
Nun sind insgesamt 10 Testberatungen nicht gerade repräsentativ. Sie werfen aber ein Schlaglicht auf die Qualität der Finanzberatung bei den Verbraucherzentralen.
In meinen Beratungsstunden sitzen oft Menschen die sich vorab bei der Verbraucherberatung informiert haben. Das ist sinnvoll und gut. Gut vorbereitet kann man auch leichter eine Bewertung des Finanzberaters vornehmen. Meist reicht den Kunden die Beratung bei der Verbraucherzentrale aber nicht – sonst wären sie ja nicht noch zu mir gekommen. Vielleicht sollte man den Verbraucherberatungen auch nicht zuviel abverlangen. Eine erste Orientierung kann man dort bekommen.

Fazit: Gut vorbereitet, z.B. durch einen Besuch bei der Verbraucherzentrale oder entsprechenden Bücher von Finanztest, einen unabhängigen Finanzberater / Versicherungsmakler aufsuchen.