Berufsunfähigkeitsversicherung = Absicherung Ihrer Altersvorsorge und Ihrer Familie


Als Walter Riester 2001 die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) faktisch abgeschafft hat, kam zum Problem der meist niedrigen Berufsunfähigkeitsrente (durchschnittlich 845 Euro p.m. 1999) für die nach 1960 geborenen auch noch die Verweisbarkeit auf praktisch jeden Beruf hinzu.

Was heißt „Verweisbarkeit“ in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das bedeutet unabhängig von Ihrem Beruf kann die gesetzliche Rentenversicherung festlegen, dass Sie zum Beispiel noch leichte Sortiertätigkeiten machen können, unabhängig davon ob Sie tatsächlich dort eine Arbeit bekommen könnten.

Je höher Ihre Qualifikation ist, desto problematischer ist das für Sie denn Sie erhalten von der gesetzlichen Rentenversicherung keine Rente wenn Sie noch irgendeine Tätigkeit ausführen können.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten in der Regel auf diese sogenannte abstrakte Verweisung.

Berufsunfähigkeit trifft über 20 % der arbeitenden Bevölkerung. Die Abschaffung der Berufsunfähigkeitsversicherung war ein immenser Eingriff in bestehende Rechte der gesetzlich Rentenversicherten, der fast geräuschlos über die Bühne ging.

Heute benötigt damit praktisch jeder eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Neben der wichtigen Berufsunfähigkeitsversicherung für Angestelle ist für Selbständige ist die Berufsunfähigkeitsversicherung ein Muss.

Freiberufler erhalten in der Regel über die berufsständige Versorgung eine Berufsunfähigkeitsrente bei 100 %iger Berufsunfähigkeit.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt schon bei 50 %iger Berufsunfähigkeit.

Beamte auf Probe haben oft keinen Schutz. Sollten sich also auch gegen Berufsunfähigkeit versichern. Später ist eine Versicherung der Lücke zur Dienstunfähigkeitsrente sinnvoll.

Leider sind die „Gesunden“ oft von der Notwendigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu überzeugen. Die „Kranken“ werden nicht versichert.
Um in der Berufsunfähigkeitsversicherung keinen Schutz mehr zu finden reicht ein Bandscheibenvorfall, eine Psychotherapie oder ein allergisches Asthma schon aus, auch wenn man sich gesund fühlt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung fragt in der Regel die letzten fünf Jahre ab.

Sich die Folgen einer Krankheit auszumalen die vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren oder hoffentlich gar nicht eintritt macht keinen Spaß. Der Verlust des Hausrats ist z.B. viel greifbarer. Deshalb haben mehr Menschen eine Hausratversicherung als eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wenn man zum Beispiel durch einen Brand alles verliert was man besitzt, ist das schlimm. Wenn niemand zu Schaden gekommen ist und man gesund ist und arbeiten kann aber durchaus verkraftbar. Die Berufsunfähigkeit hat deutlich stärkere Auswirkungen auf das eigene Leben.

Deshalb rechtzeitig, am Besten jetzt handeln.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung von z.B. 1.200 Euro p.m. von 35. – 65. Lebensjahr entspricht einer möglichen Rentenzahlung von 432.000 Euro. Verbunden mit der hohen Eintrittswahrscheinlichkeit von ca. 20 % der Berufsunfähigkeit erklärt sich daraus leicht der oft hohe Beitrag.

Gerade bei Hochrisikoprodukten wie der Berufsunfähigkeitsversicherung wird ein hoher Anteil der Beiträge an die Versicherten ausgezahlt. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten können Beitragsunterschiede über 10 % in der Berufsunfähigkeitsversicherung kaum erklären.

Nach einigen Jahren sind die Berufsunfähigkeitsversicherten genauso krank oder gesund wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Höhere Beitragunterschiede werden durch schlechtere Bedingungen oder härtere Prüfung der Ansprüche bei Berufsunfähigkeit ausgeglichen. Welcher der Versicherer sich „verrechnet“ hat kann, wenn man die Leistung benötigt, von entscheidender Bedeutung sein und jahrelange Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen.

Ein gutes bis sehr gutes Bedingungswerk ist das wichtigste Auswahlkriterium Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung.

 

Zur Sicherstellung der eigenen Berufsunfähigkeitsrente ist eine Rechtschutzversicherung sinnvoll.

Wenn man krank ist und dadurch Einnahmeausfälle hat, sollte man sich nicht auch noch um die Kosten einer gerichtlichen Durchsetzung seiner Berufsunfähigkeitsrente gegen den Versicherer Gedanken machen müssen.

Wie hoch sollte die Absicherung der Berufsunfähigkeitsversicherung sein?

Der Bund der Versicherten und Finanztest empfehlen eine Absicherung der Berufsunfähigkeit in Höhe von 80 -100 % des Nettoeinkommens. Bei einer Absicherung in Höhe der Sozialhilfe wird die Berufsunfähigkeitsrente voll darauf angerechnet.
Niedrige Berufsunfähigkeits-Renten lohnen sich daher kaum.